Warum Sicherheitskennzeichnung systematisch eingeführt werden sollte
In vielen Unternehmen wächst Sicherheitskennzeichnung über Jahre hinweg „nebenbei“. Ein neues Warnschild hier, eine zusätzliche Bodenmarkierung dort – oft ohne klares Gesamtkonzept. Das Problem:
Uneinheitliche Kennzeichnung führt häufig zu:
- schlechter Orientierung
- Missverständnissen
- Sicherheitsrisiken
- Audit-Mängeln
- erhöhtem Organisationsaufwand
Eine systematische Einführung sorgt dagegen für klare Strukturen und dauerhaft mehr Sicherheit. Ziel sollte sein: ein verständliches, einheitliches und normgerechtes Kennzeichnungssystem im gesamten Unternehmen.
Praxisbeispiel:
Ein Produktionsbetrieb hat über Jahre unterschiedliche Sicherheitszeichen aus verschiedenen Zeiträumen verwendet. Einige Bereiche arbeiten bereits mit aktuellen ISO-7010-Zeichen, andere nutzen ältere Piktogramme oder individuelle Lösungen. Neue Mitarbeitende und Fremdfirmen sind dadurch oft unsicher, welche Regeln gelten. Erst durch ein einheitliches Kennzeichnungskonzept wird die Orientierung deutlich verbessert.
Schritt 1: Alle Bereiche systematisch erfassen
Der erste Schritt ist eine vollständige Bestandsaufnahme. Prüfen Sie sämtliche Bereiche im Unternehmen:
- Produktion
- Lager
- Werkstatt
- Büro
- Außenflächen
- Technikräume
- Verkehrswege
- Sozialräume
Fragen Sie sich:
- Welche Gefahren bestehen?
- Welche Informationen müssen sichtbar sein?
- Welche Schutzmaßnahmen gelten?
Praxisbeispiel:
Ein Unternehmen startet zunächst nur in der Produktion und erkennt später, dass auch Lager, Versand und Verwaltungsgebäude Kennzeichnungsbedarf haben. Erst eine vollständige Analyse sorgt für ein einheitliches Sicherheitsniveau.
Schritt 2: Risiken bewerten
Sicherheitskennzeichnung sollte immer auf tatsächlichen Risiken basieren. Typische Fragestellungen sind:
- Gibt es Maschinengefahren?
- Besteht Staplerverkehr?
- Ist PSA erforderlich?
- Gibt es Gefahrstoffe?
- Wo verlaufen Fluchtwege?
- Welche Brandschutzeinrichtungen existieren?
Die Gefährdungsbeurteilung bildet die Grundlage für die Auswahl geeigneter Kennzeichnungen.
Praxisbeispiel:
In einer Lagerhalle wird festgestellt, dass sich Fußgänger und Stapler dieselben Wege teilen. Erst durch die Risikoanalyse entstehen getrennte Laufwege und ergänzende Warnkennzeichnungen.
Schritt 3: Passende Sicherheitszeichen auswählen
Nun werden geeignete Kennzeichnungen definiert. Typische Bereiche sind:
Warnzeichen
Zum Beispiel:
Verbotszeichen
Zum Beispiel:
Gebotszeichen
Zum Beispiel:
Rettungszeichen
Zum Beispiel:
Brandschutzzeichen
Zum Beispiel:
Wichtig: Verwenden Sie möglichst ausschließlich aktuelle Zeichen nach DIN EN ISO 7010.
Schritt 4: Einheitliches System definieren
Ein häufiger Fehler: Jeder Bereich entscheidet selbst. Dadurch entstehen unterschiedliche Formate, Farben oder Symboliken.
Definieren Sie stattdessen klare Standards:
- gleiche Symbolsysteme
- einheitliche Größen
- feste Materialien
- gleiche Farblogik
- standardisierte Platzierung
Praxisbeispiel:
Ein Unternehmen legt fest, dass alle Warnschilder grundsätzlich in Aluminium ausgeführt werden, während Tür- und Raumkennzeichnungen selbstklebend umgesetzt werden. Dadurch entsteht ein konsistentes Erscheinungsbild.
Schritt 5: Schilder richtig platzieren
Die beste Kennzeichnung nützt wenig, wenn sie niemand sieht.
Achten Sie auf:
- gute Sichtbarkeit
- natürliche Blickrichtung
- Wiederholung an langen Wegen
- keine Verdeckung durch Maschinen oder Regale
Praxisbeispiel:
Ein PSA-Gebotsschild wird nicht direkt an der Maschine montiert, sondern bereits am Zugang zum Bereich. So legen Mitarbeitende die notwendige Schutzausrüstung rechtzeitig an.
Schritt 6: Bodenmarkierungen und ergänzende Kennzeichnung integrieren
Sicherheitskennzeichnung besteht nicht nur aus Schildern. Auch wichtig:
- Bodenmarkierungen
- Rohrleitungskennzeichnung
- Prüfplaketten
- Maschinenkennzeichnung
- Wartungsschilder
Besonders in Produktion und Lager entsteht Sicherheit erst durch das Zusammenspiel verschiedener Systeme.
Praxisbeispiel:
In einem Logistikbereich werden nicht nur Warnschilder installiert, sondern zusätzlich Laufwege farblich markiert und Regalbereiche nummeriert. Dadurch verbessert sich die Orientierung deutlich.
Schritt 7: Mitarbeitende einbeziehen
Sicherheitskennzeichnung funktioniert nur, wenn sie verstanden wird. Deshalb sollten Mitarbeitende wissen,
- was die Zeichen bedeuten.
- welche Regeln gelten.
- wie sie im Notfall reagieren müssen.
Unterweisungen sind dabei ein wichtiger Bestandteil.
Praxisbeispiel:
Nach Einführung neuer Sicherheitszeichen führt ein Unternehmen kurze Bereichseinweisungen durch. Dadurch verstehen Mitarbeitende sofort die Bedeutung neuer Warn- und Gebotszeichen.
Schritt 8: Regelmäßig überprüfen und anpassen
Unternehmen verändern sich. Deshalb sollte Sicherheitskennzeichnung regelmäßig geprüft werden. Besonders nach:
- Umbauten
- neuen Maschinen
- veränderten Laufwegen
- neuen Arbeitsprozessen
Empfehlung: Mindestens einmal jährlich eine Sichtprüfung durchführen.
Praxisbeispiel:
Nach einer Hallenerweiterung stellt ein Unternehmen fest, dass neue Laufwege entstanden sind. Durch die regelmäßige Sicherheitsprüfung wird die Beschilderung angepasst.
Typische Fehler bei der Einführung
Häufige Fehler sind:
- uneinheitliche Schilder
- fehlende Standards
- veraltete Symbole
- schlechte Sichtbarkeit
- keine Aktualisierung nach Veränderungen
Diese Punkte führen oft zu Unsicherheit und Sicherheitsmängeln.
Fazit: Sicherheitskennzeichnung Schritt für Schritt erfolgreich einführen
Eine systematische Sicherheitskennzeichnung sorgt für:
- mehr Sicherheit
- bessere Orientierung
- weniger Risiken
- normgerechte Prozesse
- bessere Auditfähigkeit
Die wichtigsten Schritte sind:
- Bereiche analysieren
- Risiken bewerten
- passende Kennzeichnungen auswählen
- Standards definieren
- sichtbar platzieren
- ergänzende Systeme integrieren
- Mitarbeitende schulen
- regelmäßig prüfen
So schaffen Unternehmen ein dauerhaft sicheres und verständliches Kennzeichnungssystem.
Sie sind unsicher, wie Sie Sicherheitskennzeichnung in Ihrem Unternehmen systematisch aufbauen sollten? Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl passender Sicherheitszeichen und individueller Kennzeichnungslösungen. Sprechen Sie uns jederzeit an – wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.