Warum ist die richtige Platzierung von Sicherheitszeichen so wichtig?
Ein Sicherheitszeichen erfüllt seinen Zweck nur dann, wenn es sofort wahrgenommen und eindeutig verstanden wird. Ein normgerechtes Schild an der falschen Stelle ist in der Praxis fast so problematisch wie gar kein Schild.
Die richtige Platzierung sorgt dafür, dass Mitarbeitende, Besucher und Fremdfirmen Gefahren, Verbote oder Rettungswege ohne Suchen erkennen. Gerade bei:
- Gefahrenstellen
- Fluchtwegen
- Brandschutz
- Maschinenbereichen
- Gefahrstofflagern
ist die Position entscheidend.
Die ASR A1.3 konkretisiert genau diese Anforderungen für Arbeitsstätten.
Praxisbeispiel:
In einer Lagerhalle ist ein Warnschild „Achtung Staplerverkehr“ zwar vorhanden, jedoch seitlich hinter einem Torflügel montiert. Beim Betreten der Halle sehen Mitarbeitende das Schild erst, nachdem sie bereits im Gefahrenbereich stehen. Das erhöht das Unfallrisiko erheblich. Erst die Anbringung direkt am Zugang auf Augenhöhe stellt sicher, dass die Warnung rechtzeitig wahrgenommen wird.
Schritt 1: Sicherheitszeichen immer vor dem Gefahrenbereich anbringen
Die wichtigste Grundregel lautet: Das Schild muss sichtbar sein, bevor der Bereich betreten wird.
Das gilt insbesondere für:
Beispiele:
- „Schutzhelm tragen“ vor dem Halleneingang
- „Rauchen verboten“ vor dem Gefahrstofflager
- „Achtung elektrische Spannung“ vor dem Schaltschrankraum
Praxisbeispiel:
In einer Metallfertigung ist Gehörschutz Pflicht. Das Gebotszeichen darf nicht erst direkt an der Maschine hängen, sondern muss bereits am Zugang zur Fertigung angebracht werden. Nur so können Mitarbeitende den Gehörschutz bereits vor Betreten des Lärmbereichs anlegen.
Schritt 2: Auf Augenhöhe und im direkten Sichtfeld montieren
Sicherheitszeichen sollten grundsätzlich dort angebracht werden, wo sie automatisch ins Blickfeld fallen.
Empfehlung:
- auf Augenhöhe
- gut beleuchtet
- frontal sichtbar
- nicht seitlich versteckt
Praxisregel:
Zwischen 1,60 m und 2,00 m Höhe ist in vielen Bereichen eine sehr gute Sichtbarkeit gegeben.
Praxisbeispiel:
Ein Feuerlöscherzeichen wird oberhalb des Geräts angebracht, sodass es auch aus größerer Entfernung sichtbar bleibt – selbst wenn Personen oder Gegenstände davorstehen.
Schritt 3: Flucht- und Rettungszeichen entlang der Laufwege platzieren
Bei Rettungszeichen ist die Logik eine andere: Diese müssen den Weg führen.
Daher gilt:
- am Startpunkt
- an Richtungsänderungen
- an Kreuzungen
- über Türen
- bis zum Ausgang
Die ASR A1.3 und angrenzende Vorgaben zu Fluchtwegen verlangen eine eindeutige Führung.
Praxisbeispiel:
In einem mehrgeschossigen Verwaltungsgebäude reicht ein einziges Fluchtwegschild am Ausgang nicht aus. Mitarbeitende müssen bereits auf den Fluren, an Treppenhäusern und an jeder Richtungsänderung erkennen können, in welche Richtung sie sich bewegen müssen. Besonders in Stresssituationen ist eine lückenlose Wegführung entscheidend.
Schritt 4: Brandschutzzeichen direkt am Objekt und zusätzlich aus Distanz
Brandschutzzeichen sollten immer zweistufig gedacht werden.
Direkt am Objekt
Zum Beispiel:
- direkt über dem Feuerlöscher
- neben dem Wandhydranten
- am Brandmelder
Zusätzlich aus der Distanz
In großen Hallen oder langen Fluren empfiehlt sich ein zusätzlich sichtbares Zeichen aus der Entfernung.
Praxisbeispiel:
Ein Feuerlöscher befindet sich zwischen zwei Maschinen. Direkt über dem Gerät ist ein Schild angebracht, zusätzlich hängt ein Auslegerschild im Gang, damit das Gerät bereits aus 10–15 Metern erkannt werden kann.
Schritt 5: Bodenmarkierungen dort einsetzen, wo vertikale Schilder nicht ausreichen
In vielen Betrieben reicht Wandbeschilderung allein nicht aus. Zusätzliche Bodenmarkierungen sind sinnvoll bei:
- Verkehrswegen
- Staplerwegen
- Fußgängerzonen
- Sicherheitsabständen
- Sperrflächen
ASR A1.3 gibt auch hierzu praktische Hinweise.
Praxisbeispiel:
In einem Logistikzentrum kreuzen sich Stapler- und Fußgängerwege. Ein Warnschild allein wird im Alltag oft übersehen. Erst die zusätzliche Bodenmarkierung mit Laufwegbegrenzung schafft eine klare Trennung und erhöht die Sicherheit deutlich.
Wo dürfen Sicherheitszeichen nicht angebracht werden?
Ebenso wichtig ist zu wissen, wo sie nicht angebracht werden sollten.
Vermeiden Sie:
- verdeckte Stellen
- Türen, die häufig offenstehen
- hinter Maschinen
- hinter Regalen
- schlecht beleuchtete Bereiche
- zu große Montagehöhe
Praxisbeispiel:
Ein Warnschild hinter einem geöffneten Hallentor ist während des Betriebs praktisch unsichtbar. In diesem Fall muss das Schild an den festen Türrahmen oder an die angrenzende Wand.
Typische Fehler bei der Platzierung
Häufige Fehler sind:
- zu späte Platzierung
- schlechte Sichtbarkeit
- verdeckte Schilder
- zu kleine Formate
- fehlende Wiederholung entlang langer Wege
Praxisbeispiel:
Nach dem Umbau einer Lagerhalle wird ein neues Regal direkt vor einem Fluchtwegschild aufgebaut. Das Schild ist technisch noch vorhanden, aber im Alltag nicht mehr sichtbar. Solche Änderungen sollten immer im Rahmen einer Sicherheitsbegehung überprüft werden.
Praxis-Tipp: Sicherheitszeichen immer aus der Nutzerperspektive prüfen
Ein sehr hilfreicher Praxistipp: Gehen Sie den Bereich selbst ab und fragen Sie sich:
- Sehe ich das Schild früh genug?
- Ist die Aussage sofort verständlich?
- Ist es aus verschiedenen Blickwinkeln sichtbar?
Gerade diese Perspektive deckt viele Schwachstellen auf.
Fazit: Sicherheitszeichen richtig anbringen
Sicherheitszeichen müssen immer dort angebracht werden, wo sie:
- frühzeitig sichtbar
- logisch positioniert
- normgerecht
- nicht verdeckt
- dauerhaft lesbar
sind. Die richtige Platzierung ist ein zentraler Bestandteil der betrieblichen Sicherheitsorganisation und sollte regelmäßig überprüft werden.
Sie sind unsicher, wo Sicherheitszeichen in Ihrem Betrieb richtig angebracht werden müssen? Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl, Platzierung und normgerechten Umsetzung Ihrer Sicherheitskennzeichnung. Sprechen Sie uns jederzeit an – wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.