Sicherheitskennzeichnung im Lager – Vorschriften und Normen

Warum Sicherheitskennzeichnung im Lager besonders wichtig ist

Lagerbereiche gehören zu den Arbeitsumgebungen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial. Täglich bewegen sich dort Mitarbeitende, Stapler, Waren und häufig auch Fremdfirmen auf engem Raum.

Typische Risiken im Lager sind:

  • Staplerverkehr
  • herabfallende Ware
  • Regalanfahrschäden
  • Stolper- und Rutschgefahren
  • blockierte Fluchtwege
  • Gefahrstoffe

Eine normgerechte Sicherheitskennzeichnung sorgt dafür, dass Risiken frühzeitig sichtbar werden und sichere Abläufe unterstützt werden. Sie hilft dabei:

  • Mitarbeitende zu schützen
  • Unfälle zu vermeiden
  • Orientierung zu verbessern
  • gesetzliche Vorgaben einzuhalten
  • Audits sicher zu bestehen

Praxisbeispiel:
In einem Versandlager kreuzen sich regelmäßig Staplerverkehr und Fußgängerwege. Neue Mitarbeitende erkennen zunächst nicht, welche Bereiche für Fahrzeuge reserviert sind. Erst durch eine Kombination aus Warnschildern, Bodenmarkierungen und PSA-Hinweisen wird der Materialfluss klar strukturiert und das Unfallrisiko reduziert.


Welche Vorschriften gelten für Sicherheitskennzeichnung im Lager?

Die Sicherheitskennzeichnung im Lager ergibt sich aus mehreren Regelwerken. Wichtige Grundlagen sind:

  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
  • ASR A1.3 – Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
  • ASR A2.3 – Fluchtwege und Notausgänge
  • DIN EN ISO 7010
  • DGUV Vorschriften
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

Diese Vorschriften definieren, welche Sicherheitskennzeichnungen erforderlich sind und wie diese umgesetzt werden sollten.


Welche Sicherheitszeichen sind im Lager typischerweise vorgeschrieben?

Die Anforderungen hängen vom jeweiligen Lagerbereich ab. Bestimmte Sicherheitszeichen kommen jedoch besonders häufig vor.

Warnzeichen
Warnzeichen machen auf Gefahren aufmerksam. Typische Beispiele im Lager:

  • Warnung vor Staplerverkehr
  • Warnung vor herabfallenden Gegenständen
  • Warnung vor Rutschgefahr
  • Warnung vor elektrischer Spannung

Warnzeichen folgen meist der DIN EN ISO 7010.

Merkmale:

  • gelber Hintergrund
  • schwarzes Symbol
  • dreieckige Form

Praxisbeispiel:
Im Bereich der Wareneingangsrampe bewegen sich Stapler und Hubwagen gleichzeitig. Ein Warnzeichen weist frühzeitig auf Fahrzeugverkehr hin, damit Mitarbeitende den Bereich aufmerksam betreten.

Gebotszeichen (PSA)
In bestimmten Lagerbereichen kann persönliche Schutzausrüstung vorgeschrieben sein. Typische Gebotszeichen sind:

  • Sicherheitsschuhe tragen
  • Warnweste tragen
  • Schutzhelm benutzen

Diese Zeichen werden häufig an Zugängen angebracht.

Praxisbeispiel:
In einem Hochregallager besteht durch Palettenbewegungen ein erhöhtes Risiko herabfallender Ware. Deshalb wird bereits am Zugang auf Schutzhelm und Sicherheitsschuhe hingewiesen.

Rettungszeichen
Flucht- und Rettungswege müssen eindeutig erkennbar sein. Typische Kennzeichnungen sind:

  • Notausgang
  • Fluchtweg
  • Erste Hilfe
  • Sammelstelle

Die Anforderungen ergeben sich vor allem aus ASR A2.3.

Brandschutzzeichen
Brandschutzeinrichtungen müssen sichtbar gekennzeichnet sein. Typische Zeichen sind:

  • Feuerlöscher
  • Wandhydranten
  • Brandmelder

Besonders in langen Regalgängen sollte die Sichtbarkeit aus größerer Entfernung gewährleistet sein.

Praxisbeispiel:
In einem Hochregallager reicht die Kennzeichnung direkt am Feuerlöscher nicht aus. Zusätzliche Brandschutzzeichen oberhalb der Regalhöhe machen die Position bereits aus der Entfernung sichtbar.

Bodenmarkierungen
Im Lager spielen Bodenkennzeichnungen eine zentrale Rolle. Typische Markierungen sind:

  • Fußgängerwege
  • Staplerwege
  • Sperrflächen
  • Ladezonen
  • Sicherheitsabstände

Diese ergänzen klassische Sicherheitszeichen sinnvoll.

Praxisbeispiel:
In einem Logistikzentrum werden Laufwege zunächst nur mündlich kommuniziert. Erst durch dauerhaft markierte Fußgängerwege sinkt die Zahl gefährlicher Kreuzungen mit Staplerverkehr deutlich.


Welche Rolle spielt die DIN EN ISO 7010?

Die meisten Sicherheitszeichen im Lager basieren heute auf der DIN EN ISO 7010.

Vorteile:

  • international verständliche Symbole
  • einheitliche Gestaltung
  • bessere Orientierung
  • normgerechte Umsetzung

Gerade in Lagern mit Fremdfirmen oder internationalem Personal ist dies besonders wichtig.


Welche Anforderungen gelten für Fluchtwege im Lager?

Fluchtwege müssen

  • frei zugänglich
  • dauerhaft sichtbar
  • eindeutig ausgeschildert

sein.

Problematisch sind häufig:

  • abgestellte Paletten
  • blockierte Ausgänge
  • verdeckte Rettungszeichen

Die wichtigsten Grundlagen ergeben sich aus der ASR A2.3 – Fluchtwege und Notausgänge.

Praxisbeispiel:
Nach einer Warenanlieferung werden kurzfristig Paletten entlang eines Fluchtwegs gelagert. Erst bei der Sicherheitskontrolle wird die Behinderung erkannt und beseitigt.


Typische Fehler bei der Sicherheitskennzeichnung im Lager

Häufige Probleme sind:

  • fehlende Warnzeichen
  • unklare Verkehrswege
  • veraltete Symbole
  • verdeckte Brandschutzschilder
  • unzureichende Bodenmarkierung
  • fehlende PSA-Kennzeichnung

Diese Punkte führen regelmäßig zu Sicherheitsmängeln und Audit-Beanstandungen.


Fazit: Sicherheitskennzeichnung im Lager normgerecht umsetzen

Eine professionelle Sicherheitskennzeichnung im Lager verbessert:

  • Arbeitssicherheit
  • Orientierung
  • Materialfluss
  • Auditfähigkeit
  • Unfallprävention

Wichtige Grundlagen sind:

  • ASR A1.3
  • ASR A2.3
  • DIN EN ISO 7010
  • DGUV Vorschriften
  • BetrSichV

Nur eine klare und normgerechte Kennzeichnung schafft dauerhaft sichere Lagerprozesse.

 

Sie sind unsicher, welche Sicherheitskennzeichnung in Ihrem Lager erforderlich ist?

Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl passender Sicherheitszeichen, Bodenmarkierungen und normgerechter Kennzeichnungslösungen.

Sprechen Sie uns jederzeit an – wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.