Sicherheitskennzeichnung prüfen und aktualisieren – so gehen Sie vor

Warum Sicherheitskennzeichnung regelmäßig geprüft werden muss

Sicherheitskennzeichnung ist keine einmalige Maßnahme. Unternehmen verändern sich ständig:

  • neue Maschinen werden installiert
  • Lagerflächen werden umgebaut
  • Laufwege ändern sich
  • neue Gefährdungen entstehen

Dadurch kann eine ursprünglich korrekte Sicherheitskennzeichnung schnell unvollständig oder fehlerhaft werden. Die Folgen:

  • unklare Orientierung
  • erhöhte Unfallrisiken
  • Audit-Mängel
  • Verstöße gegen Sicherheitsvorgaben
  • Haftungsrisiken im Schadensfall

Deshalb sollten Sicherheitszeichen regelmäßig überprüft und aktualisiert werden.

Praxisbeispiel:
Ein Unternehmen erweitert seine Produktionsfläche und verschiebt mehrere Maschinen. Die ursprünglichen Warnschilder und Fluchtwegkennzeichnungen bleiben jedoch unverändert. Erst bei einer internen Sicherheitsprüfung fällt auf, dass einige Schilder nun an falschen Stellen hängen oder teilweise verdeckt werden.


Schritt 1: Vollständige Bestandsaufnahme durchführen

Der erste Schritt ist ein strukturierter Überblick. Gehen Sie Bereich für Bereich durch:

  • Produktion
  • Lager
  • Werkstatt
  • Büro
  • Außenbereiche
  • Technikräume

Prüfen Sie,

  • welche Sicherheitszeichen vorhanden sind.
  • ob die Kennzeichnung vollständig ist.
  • ob neue Risiken hinzugekommen sind.

Wichtig: Betrachten Sie den Betrieb aus Sicht einer Person, die den Bereich nicht kennt.

Praxisbeispiel:
Ein Logistikunternehmen führt eine Sicherheitsbegehung gemeinsam mit neuen Mitarbeitenden durch. Dabei fällt auf, dass einige Verkehrswege und Warnhinweise für ortsfremde Personen nicht eindeutig erkennbar sind.


Schritt 2: Sichtbarkeit überprüfen

Ein Sicherheitszeichen erfüllt nur dann seinen Zweck, wenn es sichtbar bleibt. Prüfen Sie:

  • Werden Schilder verdeckt?
  • Sind Zeichen aus normaler Entfernung erkennbar?
  • Sind Schilder ausreichend groß?
  • Wurden Regale oder Maschinen davor platziert?

Besonders häufig betroffen:

  • Lager
  • Produktionsbereiche
  • Hallengänge

Praxisbeispiel:
Nach dem Aufbau neuer Hochregale ist ein Feuerlöscher-Schild kaum noch sichtbar. Erst durch eine zusätzliche Kennzeichnung oberhalb der Regalhöhe bleibt der Standort wieder eindeutig erkennbar.


Schritt 3: Normen und Symbole aktualisieren

Viele Unternehmen nutzen noch ältere Sicherheitszeichen. Prüfen Sie:

  • Werden aktuelle Zeichen nach DIN EN ISO 7010 verwendet?
  • Gibt es veraltete Symbole?
  • Sind Zeichen einheitlich gestaltet?

Besonders ältere Schilder sollten regelmäßig überprüft werden.

Wichtige Grundlagen:

  • ASR A1.3
  • DIN EN ISO 7010
  • ASR A2.3

Praxisbeispiel:
In einem Verwaltungsgebäude stammen Sicherheitszeichen aus verschiedenen Bauphasen. Einige Schilder nutzen alte Piktogramme, andere bereits den ISO-7010-Standard. Durch eine Vereinheitlichung entsteht ein verständlicheres Sicherheitskonzept.


Schritt 4: Flucht- und Rettungswege kontrollieren

Fluchtwege verändern sich oft unbemerkt. Prüfen Sie:

  • Stimmen Pfeilrichtungen noch?
  • Sind neue Laufwege entstanden?
  • Sind Notausgänge frei zugänglich?
  • Sind Rettungszeichen sichtbar?
  • Wurden Umbauten berücksichtigt?

Gerade hier entstehen häufig gefährliche Fehler.

Praxisbeispiel:
Nach einer Umstrukturierung der Lagerfläche führt ein Rettungswegschild noch in einen inzwischen gesperrten Bereich. Erst die Sicherheitskontrolle deckt den Fehler auf.


Schritt 5: Beschädigte oder verblasste Schilder ersetzen

Auch gut platzierte Sicherheitszeichen verlieren ihre Wirkung, wenn sie beschädigt sind. Achten Sie auf:

  • verblasste Farben
  • Kratzer
  • verschmutzte Oberflächen
  • gelöste Befestigungen
  • schlechte Lesbarkeit

Besonders in Produktion und Außenbereich verschleißen Schilder schneller.

Praxisbeispiel:
An einer Außenzufahrt sind mehrere Warnschilder durch UV-Strahlung kaum noch lesbar. Nach dem Austausch gegen wetterfeste Aluminiumschilder bleibt die Kennzeichnung dauerhaft sichtbar.


Schritt 6: Neue Gefährdungen berücksichtigen

Mit Veränderungen im Betrieb entstehen oft neue Risiken. Fragen Sie sich:

  • Gibt es neue Maschinen?
  • Werden neue Gefahrstoffe verwendet?
  • Hat sich der Materialfluss verändert?
  • Gibt es neue PSA-Pflichten?

Neue Risiken benötigen meist auch neue Sicherheitskennzeichnung.

Praxisbeispiel:
Ein Unternehmen installiert neue Verpackungsmaschinen. Da zusätzlicher Gehörschutz erforderlich wird, werden neue Gebotszeichen direkt am Hallenzugang ergänzt.


Schritt 7: Regelmäßige Prüfintervalle festlegen

Sicherheitskennzeichnung sollte nicht nur anlassbezogen geprüft werden.
Empfehlung:

  • jährliche Komplettprüfung
  • Zusatzprüfung nach Umbauten
  • Sichtprüfung bei Sicherheitsbegehungen

So bleibt die Kennzeichnung dauerhaft aktuell.

Praxisbeispiel:
Ein Unternehmen integriert die Kontrolle der Sicherheitskennzeichnung in die jährliche Arbeitsschutzbegehung. Dadurch werden Schwachstellen frühzeitig erkannt und sofort korrigiert.


Typische Fehler bei der Aktualisierung

Häufige Probleme:

  • Schilder werden nie überprüft
  • Umbauten werden nicht berücksichtigt
  • alte Symbole bleiben bestehen
  • beschädigte Kennzeichnung wird ignoriert
  • neue Gefahren werden nicht bewertet

Diese Fehler entstehen oft schleichend.


Fazit: Sicherheitskennzeichnung regelmäßig prüfen spart Risiken

Eine regelmäßige Prüfung der Sicherheitskennzeichnung sorgt dafür, dass Unternehmen:

  • sicher bleiben
  • normgerecht arbeiten
  • Risiken früh erkennen
  • Audits besser bestehen

Die wichtigsten Schritte sind:

  • Bestand erfassen
  • Sichtbarkeit prüfen
  • Normen aktualisieren
  • Fluchtwege kontrollieren
  • beschädigte Schilder ersetzen
  • neue Risiken berücksichtigen
  • feste Prüfintervalle definieren

So bleibt Sicherheitskennzeichnung dauerhaft wirksam.

 

Sie sind unsicher, ob Ihre Sicherheitskennzeichnung noch aktuell und normgerecht ist?

Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl passender Sicherheitszeichen und der Aktualisierung Ihrer bestehenden Kennzeichnung.

Sprechen Sie uns jederzeit an – wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.