Warum eine Checkliste für Flucht- und Rettungswege wichtig ist
Flucht- und Rettungswege müssen im Ernstfall sofort funktionieren. Bei Brand, Rauchentwicklung oder anderen Gefahrensituationen bleibt oft nur wenig Zeit, um ein Gebäude sicher zu verlassen.
Fehler bei der Kennzeichnung führen häufig zu:
- Orientierungsproblemen
- Verzögerungen bei der Evakuierung
- erhöhtem Unfallrisiko
- Audit-Mängeln
- Beanstandungen durch Behörden
Eine strukturierte Checkliste hilft dabei, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und Fluchtwege dauerhaft normgerecht zu kennzeichnen.
Praxisbeispiel:
Nach einem Hallenumbau verändert ein Unternehmen mehrere Laufwege, passt die Rettungswegkennzeichnung jedoch nicht vollständig an. Erst bei einer internen Sicherheitsprüfung fällt auf, dass einige Schilder noch auf frühere Wegführungen verweisen. Durch eine systematische Checkliste wird die Kennzeichnung anschließend vollständig überarbeitet.
Checkliste – Schritt 1: Flucht- und Rettungswege vollständig erfassen
Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme:
- Sind alle Hauptfluchtwege dokumentiert?
- Gibt es alternative Rettungswege?
- Sind Notausgänge eindeutig definiert?
- Wurden neue Bereiche oder Umbauten berücksichtigt?
- Sind Sammelstellen festgelegt?
Wichtig: Betrachten Sie den tatsächlichen Laufweg aus Sicht einer Person im Gebäude.
Praxisbeispiel:
In einem Verwaltungsgebäude entstehen nach einer Umstrukturierung neue Büroräume. Mitarbeitende nutzen nun andere Laufwege als ursprünglich geplant. Erst die Überprüfung zeigt, dass zusätzliche Rettungswegschilder erforderlich sind.
Checkliste – Schritt 2: Aktuelle Rettungszeichen verwenden
Die verwendeten Zeichen sollten normgerecht sein:
- Werden Zeichen nach DIN EN ISO 7010 verwendet?
- Sind alte Symbole ersetzt worden?
- Sind Pfeilrichtungen korrekt?
- Werden einheitliche Designs genutzt?
Typische Rettungszeichen sind:
Praxisbeispiel:
Bei einer Sicherheitsbegehung fällt auf, dass einige ältere Rettungszeichen aus unterschiedlichen Bauphasen stammen. Um Verwechslungen zu vermeiden, wird die gesamte Kennzeichnung vereinheitlicht.
Checkliste – Schritt 3: Sichtbarkeit prüfen
Rettungszeichen müssen jederzeit erkennbar sein:
- Sind Schilder aus normaler Entfernung sichtbar?
- Werden Zeichen nicht durch Regale oder Türen verdeckt?
- Sind Kreuzungen klar gekennzeichnet?
- Gibt es Wiederholungen auf langen Wegen?
- Sind Schilder ausreichend groß?
Faustregel: Die Fluchtrichtung sollte jederzeit eindeutig erkennbar sein.
Praxisbeispiel:
In einem Lager verdecken hohe Regale teilweise Rettungswegschilder. Durch zusätzliche Schilder oberhalb der Regalgänge bleibt die Orientierung erhalten.
Checkliste – Schritt 4: Richtungsführung kontrollieren
Ein häufiger Fehler sind falsche Wegführungen:
- Stimmen Pfeilrichtungen mit dem tatsächlichen Weg überein?
- Sind Richtungswechsel eindeutig gekennzeichnet?
- Werden Sackgassen vermieden?
- Führen Schilder immer zum nächstgelegenen sicheren Ausgang?
Praxisbeispiel: Nach einer Hallenerweiterung wird ein Rettungswegschild versehentlich in die falsche Richtung montiert. Erst bei der Sichtprüfung fällt auf, dass Personen dadurch in einen Lagerbereich statt zum Ausgang geleitet würden.
Checkliste – Schritt 5: Langnachleuchtende Schilder prüfen
Bei Stromausfall muss Orientierung weiterhin möglich sein:
- Sind langnachleuchtende Schilder erforderlich?
- Funktioniert die Sicherheitsbeleuchtung?
- Sind Rettungszeichen auch bei Dunkelheit sichtbar?
- Gibt es fensterlose Bereiche?
Besonders wichtig in:
- Lagerhallen
- Produktion
- Technikräumen
- Treppenhäusern
Praxisbeispiel:
In einem Technikraum ohne Tageslicht wird festgestellt, dass Rettungswegschilder bei Stromausfall kaum sichtbar wären. Langnachleuchtende Schilder verbessern die Sicherheit deutlich.
Checkliste – Schritt 7: Regelmäßige Prüfung einplanen
Fluchtwegkennzeichnung muss regelmäßig überprüft werden:
- Gibt es feste Sichtprüfungen?
- Werden Umbauten berücksichtigt?
- Werden beschädigte Schilder ersetzt?
- Werden neue Gefahrenbereiche geprüft?
Empfehlung: Mindestens einmal jährlich eine vollständige Kontrolle durchführen.
Praxisbeispiel:
Ein Unternehmen führt jährlich eine Sicherheitsbegehung durch und überprüft dabei gezielt alle Rettungswegkennzeichnungen. Dadurch werden Schwachstellen frühzeitig erkannt.
Fazit: Mit einer Checkliste Fluchtwege dauerhaft sicher halten
Eine strukturierte Prüfung sorgt dafür, dass Flucht- und Rettungswege jederzeit
- sichtbar
- verständlich
- normgerecht
- sicher nutzbar
bleiben.
Besonders wichtig sind Sichtbarkeit, korrekte Wegführung und regelmäßige Kontrolle.
Sie sind unsicher, ob Ihre Flucht- und Rettungswege normgerecht gekennzeichnet sind? Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl passender Rettungszeichen und der praktischen Umsetzung Ihrer Sicherheitskennzeichnung. Sprechen Sie uns jederzeit an – wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.


