Warum Arbeitssicherheit im Lager besonders wichtig ist
Lagerbereiche gehören zu den Arbeitsumgebungen mit einem besonders hohen Unfallrisiko. Hier treffen häufig mehrere Gefahrenquellen gleichzeitig aufeinander:
- Staplerverkehr
- Fußgängerwege
- hohe Regalanlagen
- schwere Lasten
- Verpackungsmaschinen
- Ladezonen
- enge Laufwege
Bereits kleine organisatorische Fehler können hier zu erheblichen Sicherheitsrisiken führen. Typische Unfallursachen sind:
- Kollisionen mit Flurförderzeugen
- Stürze
- herabfallende Ware
- Anfahrschäden an Regalen
- fehlende Sicherheitskennzeichnung
Gerade deshalb ist ein strukturiertes Sicherheitskonzept im Lager unverzichtbar.
Praxisbeispiel:
In einem Versandlager bewegen sich täglich Kommissionierer, Staplerfahrer, externe Spediteure und Servicepersonal im selben Bereich. Sind Laufwege und Fahrwege nicht klar getrennt, entstehen schnell Gefahrensituationen. Bereits eine unübersichtliche Kreuzung zwischen Fußgängerweg und Staplerroute kann zu schweren Unfällen führen.
Maßnahme 1: Verkehrswege klar trennen und kennzeichnen
Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die eindeutige Trennung von:
- Staplerwegen
- Fußgängerbereichen
- Ladezonen
- Sperrflächen
Hier sind insbesondere Bodenmarkierungen und Sicherheitszeichen entscheidend.
Typische Lösungen:
- Laufwegmarkierungen
- Pfeilmarkierungen
- Warnschilder
- Sperrflächenkennzeichnung
- Staplerverkehr-Warnzeichen
Praxisbeispiel:
In einer Logistikhalle kreuzen sich mehrere Hauptwege. Ohne klare Bodenmarkierung laufen Mitarbeitende häufig quer durch den Staplerverkehr. Durch eine farblich abgesetzte Fußgängerzone mit Richtungspfeilen und ergänzenden Warnschildern wird das Risiko deutlich reduziert.
Maßnahme 2: Regalsicherheit und regelmäßige Prüfungen
Regale sind ein zentraler Sicherheitsfaktor im Lager.
Wichtige Maßnahmen:
- regelmäßige Sichtprüfung
- jährliche Regalprüfung
- Kennzeichnung mit Prüfplaketten
- Dokumentation von Schäden
- Schutz vor Anfahrschäden
Besonders kritisch sind:
- verbogene Stützen
- beschädigte Traversen
- lockere Verbindungen
- Überlastung
Praxisbeispiel:
Ein Gabelstapler streift beim Rangieren eine Regalstütze. Der Schaden wird zunächst nicht gemeldet. Ohne Sichtprüfung und Prüfkennzeichnung bleibt das Risiko bestehen, dass das Regal bei voller Belastung instabil wird. Eine sichtbare Prüfplakette und regelmäßige Kontrollen helfen, solche Risiken frühzeitig zu erkennen.
Maßnahme 3: Gefahrenbereiche deutlich kennzeichnen
Im Lager gibt es verschiedene Gefahrenzonen. Dazu gehören:
- Ladebereiche
- Rolltore
- Maschinenzonen
- Verpackungsanlagen
- Palettenstellflächen
Diese Bereiche sollten klar gekennzeichnet werden. Typische Kennzeichnungen sind:
Praxisbeispiel:
Vor einem Rolltor wird regelmäßig Ware zwischengelagert. Ohne Markierung wird dieser Bereich auch als Laufweg genutzt. Eine deutliche Bodenkennzeichnung und ein Warnschild „Achtung Torbereich“ verhindern Fehlwege und Quetschrisiken.
Maßnahme 4: Persönliche Schutzausrüstung sicherstellen
Je nach Lagerart ist persönliche Schutzausrüstung vorgeschrieben.
Typische PSA:
Gebotszeichen sollten bereits am Zugang angebracht werden.
Praxisbeispiel:
In einem Lager mit regelmäßigem Warenumschlag durch Stapler und Hochregale sind Sicherheitsschuhe verpflichtend. Wird das Gebotszeichen erst im Lagerinneren angebracht, betreten Mitarbeitende den Bereich möglicherweise bereits ohne Schutz.
Maßnahme 5: Flucht- und Rettungswege freihalten
Ein besonders wichtiger Punkt in der Lagerpraxis.
Fluchtwege müssen:
- dauerhaft frei
- klar ausgeschildert
- gut beleuchtet
- nicht zugestellt
sein.
Praxisbeispiel:
In Stoßzeiten werden Paletten kurzfristig vor einem Notausgang abgestellt. Im Alltag fällt dies oft nicht auf. Im Ernstfall kann ein blockierter Rettungsweg jedoch gravierende Folgen haben. Eine klare Bodenmarkierung und Rettungszeichen verhindern solche Situationen.
Maßnahme 6: Beleuchtung und Sichtverhältnisse verbessern
Gerade in Hochregallagern sind gute Sichtverhältnisse essenziell. Wichtige Punkte dabei sind:
- ausreichend Hallenbeleuchtung
- beleuchtete Kreuzungsbereiche
- Spiegel an unübersichtlichen Ecken
- Sichtmarkierungen
Praxisbeispiel:
Ein Staplerfahrer fährt aus einem Seitengang in einen Hauptweg ein. Ohne Spiegel oder Sichtkennzeichnung erkennt er herannahende Personen zu spät. Durch Verkehrsspiegel und Bodenpfeile wird die Situation deutlich sicherer.
Maßnahme 7: Mitarbeitende regelmäßig unterweisen
Arbeitssicherheit im Lager ist nicht nur eine Frage der Beschilderung. Ebenso wichtig sind regelmäßige Unterweisungen.
Themen sind unter anderem:
- Verkehrswege
- Notfallverhalten
- PSA
- Regalschäden melden
- Staplerbereiche
- Fluchtwege
Praxisbeispiel:
Neue Mitarbeitende im Versandbereich kennen häufig die internen Laufwege noch nicht. Eine Unterweisung in Kombination mit klarer Kennzeichnung reduziert Fehlverhalten
Typische Fehler in der Lagerpraxis
Häufige Schwachstellen sind:
- fehlende Laufwegkennzeichnung
- verdeckte Fluchtwege
- beschädigte Regale
- fehlende Prüfplaketten
- unklare Gefahrenzonen
- fehlende PSA-Hinweise
Diese Punkte führen regelmäßig zu Audit-Mängeln und erhöhtem Unfallrisiko.
Fazit: Arbeitssicherheit im Lager systematisch umsetzen
Die wichtigsten Maßnahmen sind:
- Verkehrswege trennen
- Regale regelmäßig prüfen
- Gefahrenzonen kennzeichnen
- PSA verpflichtend sichtbar machen
- Rettungswege sichern
- Mitarbeitende unterweisen
Nur durch das Zusammenspiel aus Organisation, Kennzeichnung und regelmäßiger Kontrolle entsteht ein sicheres Lagerumfeld.
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