Warum eine Checkliste für die Sicherheitskennzeichnung sinnvoll ist
Die Sicherheitskennzeichnung im Betrieb entwickelt sich im Alltag ständig weiter. Neue Maschinen, Umbauten, geänderte Laufwege oder zusätzliche Lagerflächen führen häufig dazu, dass bestehende Kennzeichnungen nicht mehr vollständig oder normgerecht sind.
Eine strukturierte Checkliste hilft dabei,
- Sicherheitsmängel frühzeitig zu erkennen.
- gesetzliche Anforderungen einzuhalten.
- Risiken zu minimieren.
- Begehungen vorzubereiten.
- Audit-Mängel zu vermeiden.
Gerade in Produktionsbetrieben, Lagerhallen, Werkstätten und Verwaltungsgebäuden sollte die Sicherheitskennzeichnung regelmäßig überprüft werden.
Praxisbeispiel:
Nach einem Hallenumbau wird ein zusätzlicher Lagergang eingerichtet. Die Regale wurden neu positioniert, die Fluchtwegschilder jedoch nicht angepasst. Eine regelmäßige Checkliste hätte sofort sichtbar gemacht, dass der bisherige Rettungsweg teilweise verdeckt ist und neu ausgeschildert werden muss.
Checkliste – Allgemeine Prüfung der Sicherheitskennzeichnung
Prüfen Sie zunächst die grundlegende Struktur:
- Sind alle relevanten Bereiche gekennzeichnet?
- Gibt es neue Maschinen oder Bereiche?
- Wurden Laufwege geändert?
- Sind Besucher- und Lieferzonen klar beschildert?
- Sind Flucht- und Rettungswege aktuell?
Praxisbeispiel:
In einem Logistikzentrum wird ein zusätzlicher Wareneingangsbereich eingerichtet. Fehlt hier die neue Beschilderung, entstehen Verzögerungen bei Lieferanten und erhöhtes Unfallrisiko im Staplerverkehr.
Checkliste – Warnzeichen
Kontrollieren Sie alle Warnschilder:
- Sind alle Gefahrenstellen gekennzeichnet?
- Sind Warnschilder gut sichtbar?
- Entsprechen die Symbole dem aktuellen Normenstand?
- Sind die Schilder unbeschädigt?
- Werden neue Risiken berücksichtigt?
Typische Bereiche:
- elektrische Anlagen
- Staplerverkehr
- Rutschgefahr
- Maschinenbereiche
- Gefahrstoffzonen
Praxisbeispiel:
Ein neuer Kompressorraum wurde eingerichtet. Das Warnschild „Achtung elektrische Spannung“ fehlt jedoch am Zugang. Eine Checkliste stellt sicher, dass solche Gefahrenstellen nicht übersehen werden.
Checkliste – Gebotszeichen
Hier geht es um vorgeschriebenes Verhalten:
- Sind PSA-Bereiche klar gekennzeichnet?
- Sind die Gebotsschilder vor dem Gefahrenbereich angebracht?
- Stimmen die Anforderungen mit der tatsächlichen Gefährdung überein?
- Sind alle Wege berücksichtigt?
Typische Beispiele:
- Schutzhelm tragen
- Sicherheitsschuhe tragen
- Gehörschutz benutzen
- Schutzbrille tragen
Praxisbeispiel:
Nach der Installation einer neuen Schleifmaschine ist ein Gehörschutz verpflichtend. Wird das Gebotszeichen erst im Raum und nicht bereits am Zugang angebracht, betreten Mitarbeitende den Bereich möglicherweise ungeschützt.
Checkliste – Verbotszeichen
Prüfen Sie alle Verbotskennzeichnungen:
- Sind Rauchverbote klar sichtbar?
- Sind Zutrittsbeschränkungen gekennzeichnet?
- Gibt es Bereiche mit Feuerverbot?
- Sind Besucherbereiche eindeutig abgegrenzt?
Praxisbeispiel:
Im Gefahrstofflager muss „Kein offenes Feuer“ direkt am Zugang angebracht sein. Eine fehlende Kennzeichnung stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.
Checkliste – Fluchtwege und Rettungszeichen
Dieser Bereich ist besonders kritisch.
Prüfpunkte:
- Sind alle Fluchtwege ausgeschildert?
- Sind die Schilder frei sichtbar?
- Sind sie beleuchtet oder langnachleuchtend?
- Stimmen die Wege noch mit dem Gebäudeplan überein?
- Sind Sammelstellen gekennzeichnet?
Praxisbeispiel:
Durch neue Regale wird ein Fluchtwegschild teilweise verdeckt. Im Ernstfall kann dies zu Verzögerungen bei der Evakuierung führen.
Checkliste – Brandschutzkennzeichnung
Prüfen Sie alle Brandschutzzeichen:
- Sind Feuerlöscher gekennzeichnet?
- Sind Wandhydranten sichtbar markiert?
- Sind Brandmelder ausgeschildert?
- Ist die Kennzeichnung aus mehreren Blickwinkeln sichtbar?
Praxisbeispiel:
Ein Feuerlöscher wurde im Zuge einer Umstrukturierung versetzt, das Schild jedoch nicht angepasst. Mitarbeitende suchen im Ernstfall am alten Standort.
Checkliste – Maschinen und Wartungskennzeichnung
Ein häufig vernachlässigter Bereich.
Prüfpunkte:
- Sind Maschinen eindeutig beschriftet?
- Sind Wartungszustände sichtbar?
- Sind Sperrkennzeichnungen vorhanden?
- Sind Prüfplaketten aktuell?
Praxisbeispiel:
Eine Maschine befindet sich im Wartungsmodus. Ohne „Außer Betrieb“-Schild kann sie versehentlich wieder gestartet werden.
Checkliste – Zustand und Lesbarkeit
Auch die Qualität der Schilder muss geprüft werden:
- Sind Schilder verblasst?
- Gibt es Beschädigungen?
- Sind sie verschmutzt?
- Sind alle Texte lesbar?
- Ist die Klebkraft noch ausreichend?
Praxisbeispiel:
In einer Werkstatt werden Schilder durch Staub und Ölnebel stark beansprucht. Eine regelmäßige Sichtprüfung verhindert, dass Warnhinweise unleserlich werden.
Checkliste – Normenkonformität
Prüfen Sie regelmäßig die Aktualität:
- Entsprechen die Zeichen der DIN EN ISO 7010?
- Wurden alte Symbole ersetzt?
- Sind Farben und Formen normgerecht?
- Gibt es Mischsysteme?
Praxisbeispiel:
In älteren Gebäuden finden sich oft noch veraltete Piktogramme. Diese sollten systematisch auf den aktuellen Normenstand gebracht werden.
Empfehlung für die Praxis
Nutzen Sie diese Checkliste:
- monatlich für Sichtprüfungen
- quartalsweise für Bereichsprüfungen
- jährlich für Gesamtbegehungen
Besonders sinnvoll ist die Prüfung nach:
- Umbauten
- Maschinenänderungen
- Prozessanpassungen
- neuen Gefährdungen
Fazit: Mit einer Checkliste Risiken frühzeitig vermeiden
Eine strukturierte Checkliste hilft dabei, Sicherheitsmängel frühzeitig zu erkennen und die Kennzeichnung im Betrieb dauerhaft aktuell zu halten.
So vermeiden Sie:
- Unfallrisiken
- Audit-Mängel
- Haftungsprobleme
- organisatorische Schwächen
Sprechen Sie uns jederzeit an – wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.

