Was ist die ASR A1.3?

Was bedeutet ASR A1.3?

Die ASR A1.3 ist eine technische Regel für Arbeitsstätten und regelt die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung im Betrieb.

Einfach erklärt: Sie legt fest, welche Sicherheitszeichen Unternehmen verwenden müssen, wie diese aussehen und wo sie angebracht werden sollen.

Die Abkürzung steht für:

ASR = Arbeitsstättenregel
A1.3 = Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung

Die Regel hilft Unternehmen dabei, Gefahren sichtbar zu machen und Mitarbeitende sicher durch den Arbeitsalltag zu führen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Warnzeichen
  • Verbotszeichen
  • Gebotszeichen
  • Rettungszeichen
  • Brandschutzzeichen
  • Bodenmarkierungen

Das Ziel: Gefahren frühzeitig erkennen und Unfälle vermeiden.

Praxisbeispiel:
In einer Produktionshalle gibt es Bereiche mit Staplerverkehr, Maschinenlärm und persönlicher Schutzausrüstungspflicht. Durch Warnzeichen, Gehörschutz-Gebote und Bodenmarkierungen erkennen Mitarbeitende bereits beim Betreten eines Bereichs, welche Regeln gelten und welche Risiken bestehen.


Warum gibt es die ASR A1.3?

Die ASR A1.3 konkretisiert Anforderungen aus der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV).

Das bedeutet: Die Verordnung gibt vor, dass Sicherheitskennzeichnung vorhanden sein muss.
Die ASR A1.3 beschreibt anschließend wie diese konkret umgesetzt werden sollte.
Unternehmen erhalten dadurch eine klare Orientierung:

  • Welche Zeichen müssen verwendet werden?
  • Welche Farben gelten?
  • Welche Formen sind vorgeschrieben?
  • Wo müssen Schilder angebracht werden?

Wer die ASR A1.3 einhält, erfüllt in der Regel auch die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung.

Praxisbeispiel:
Ein Unternehmen richtet eine neue Produktionsfläche ein und muss Sicherheitskennzeichnungen ergänzen. Statt individuelle Schilder zu entwickeln, orientiert sich die Sicherheitsfachkraft an der ASR A1.3. Dadurch werden normgerechte Zeichen verwendet, die Mitarbeitende sofort verstehen.


Welche Sicherheitszeichen regelt die ASR A1.3?

Die ASR A1.3 unterscheidet mehrere Kategorien von Sicherheitskennzeichnungen:

 

Warnzeichen
Warnzeichen weisen auf Gefahren hin.

Typische Beispiele:

  • Warnung vor elektrischer Spannung
  • Warnung vor Staplerverkehr
  • Warnung vor Rutschgefahr

Merkmale:

  • gelber Hintergrund
  • schwarzer Rand
  • dreieckige Form

 

Verbotszeichen
Verbotszeichen untersagen gefährliche Handlungen.

Beispiele:

  • Rauchen verboten
  • Zutritt verboten
  • Kein offenes Feuer

Merkmale:

  • roter Kreis
  • diagonaler Balken

 

Gebotszeichen
Gebotszeichen schreiben bestimmtes Verhalten vor.

Zum Beispiel:

  • Schutzhelm tragen
  • Schutzbrille tragen
  • Gehörschutz benutzen

Merkmale:

  • blauer Kreis
  • weißes Symbol

Praxisbeispiel:
In einer Metallverarbeitung ist Schutzbrille und Gehörschutz Pflicht. Die Gebotszeichen werden direkt am Zugang angebracht, damit Mitarbeitende die PSA bereits vor Betreten des Bereichs anlegen.

 

Rettungszeichen
Rettungszeichen helfen im Notfall.

Typische Beispiele:

  • Notausgang
  • Fluchtweg
  • Erste Hilfe
  • Sammelstelle

Merkmale:

  • grüner Hintergrund
  • weißes Symbol

 

Brandschutzzeichen
Brandschutzzeichen kennzeichnen Feuerlöscheinrichtungen.

Beispiele:

  • Feuerlöscher
  • Brandmelder
  • Löschschlauch

Merkmale:

  • roter Hintergrund
  • weißes Symbol

Welche Rolle spielt die DIN EN ISO 7010?

Heute basiert die ASR A1.3 weitgehend auf der DIN EN ISO 7010. Das bedeutet: Die Sicherheitszeichen sind international standardisiert.

Vorteile:

  • sprachunabhängig verständlich
  • einheitliche Symbolik
  • bessere Orientierung für Fremdfirmen und Besucher

Gerade in internationalen Unternehmen ist das besonders wichtig.

Praxisbeispiel:
Ein Produktionsbetrieb beschäftigt Mitarbeitende unterschiedlicher Nationalitäten. Durch ISO-7010-konforme Sicherheitszeichen erkennt jede Person unabhängig von Sprache sofort die Bedeutung der Schilder.


Wo gilt die ASR A1.3?

Die Regel gilt grundsätzlich für nahezu alle Arbeitsstätten. Zum Beispiel:

  • Produktionshallen
  • Lager
  • Werkstätten
  • Bürogebäude
  • Logistikzentren
  • Außenbereiche

Je nach Gefährdung kann der Umfang der Kennzeichnung unterschiedlich sein.


Typische Fehler bei der Umsetzung

Häufige Fehler sind:

  • veraltete Symbole
  • uneinheitliche Schilder
  • schlechte Sichtbarkeit
  • fehlende Kennzeichnung
  • falsche Platzierung

Diese Schwachstellen führen häufig zu Sicherheitsmängeln und Audit-Beanstandungen.

Praxisbeispiel:
Nach mehreren Umbauten befinden sich Warnschilder teilweise hinter Maschinen oder Regalen. Obwohl die Schilder technisch vorhanden sind, erfüllen sie ihre Funktion nicht mehr. Erst eine Sicherheitsbegehung deckt den Mangel auf.


Fazit: Die ASR A1.3 macht Sicherheitskennzeichnung verständlich und einheitlich

Die ASR A1.3 regelt die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung in Unternehmen. Sie sorgt dafür, dass

  • Gefahren sichtbar werden.
  • Mitarbeitende richtig handeln.
  • Sicherheitszeichen einheitlich sind.
  • Unternehmen gesetzliche Anforderungen erfüllen.

Damit gehört sie zu den wichtigsten Grundlagen der betrieblichen Arbeitssicherheit.

Sie sind unsicher, welche Sicherheitskennzeichnung nach ASR A1.3 in Ihrem Betrieb erforderlich ist?

Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl normgerechter Sicherheitszeichen und individueller Kennzeichnungslösungen.

Sprechen Sie uns jederzeit an – wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.